Für großräumige diskontinuierliche Medien mit Spalten-Hohlraum als Speichervolumen in Öl- und Gaslagerstätten sind viele Bohrungen im Wesentlichen unabhängige Spalten-Hohlraum-Systeme, die meist durch den Bohrlochkanal mit großen Spalten verbunden sind und dann 1 bis 2 große Lösungs-Hohlraumsysteme in Reihe schalten, wodurch eine unabhängige Spalten-Hohlraum-Einheit entsteht. Die mit der kontinuierlichen Medientheorie erzielten Ergebnisse sind schwer mit den tatsächlichen Fließprozessen im Lagerstätten übereinzustimmen. Das vorgeschlagene mathematische Modell betrachtet die Spalten zwischen Bohrloch und Hohlraum sowie zwischen den Hohlräumen als eindimensionale Spalten. Es existiert eine Spaltenkommunikationsströmung am Rand der entfernten Bohrlöcher, die ein lineares serielles Testmodell zweier löslicher Hohlraumsysteme durch Spaltenkommunikation bildet. Im Modell werden das Konzept der transienten Strömung und der Durchdringung in Mehrmedien eingeführt. Mithilfe des transienten Leitungsprinzips und der Laplace-Transformation wird das mathematische Modell schrittweise gelöst. Im Laplace-Raum wird die analytische Lösung des dimensionslosen Bohrlochbodendrucks numerisch mittels verbesserter Stehfest-Inversion invertiert und typische Kurven dargestellt. Sensitivitätsanalysen zeigen, dass das Modell die Beziehung zwischen strömungskontrollierenden Faktoren und geologischen Faktoren korrekt widerspiegelt. Vergleichende Fallbeispiele zeigen, dass das Modell Bohrloch-Speicherkoeffizienten, Haut-Effekte, Permeabilität des Spaltensystems, äquivalente Permeabilität des Hohlraumsystems, Spaltenlänge und Hohlraumgröße sowie andere geometrische Parameter korrekt erklären kann.